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Fugenblech-Einbau prüfen: Checkliste vor dem Betonieren

Woran Bauleitung und Bauherr erkennen, ob ein Fugenblech richtig eingebaut ist: Prüfpunkte vor der Betonage, belegt aus Bewertungen und Merkblättern.

Dr.-Ing. Jörn Budde Zuletzt aktualisiert:

Ein Fugenblech prüfst du vor der Betonage, und zwar an Lage, Befestigung, Stößen und Zustand. Diese Prüfung verlangen die Europäischen Technischen Bewertungen gängiger Systeme ausdrücklich, und sie fordern, die Ergebnisse zu dokumentieren.

Diese Checkliste stammt von Dr.-Ing. Jörn Budde, Sachverständiger für Bauwerksabdichtung und Entwickler der FBZ Fugenblechzentrierung (Über uns). Jeder Prüfpunkt stützt sich auf die Bewertungen, Zulassungen, Prüfzeugnisse und Merkblätter, die unter Quellen aufgeführt sind.

Rendering einer Fugenblechzentrierung: Schaumstoffformteil, von oben auf das Fugenblech gesteckt, das Blech sitzt mittig im Aufnahmeschlitz

Warum zählt die Kontrolle vor dem Betonieren?

Weil vom eingebauten Fugenblech danach fast nichts mehr zu sehen und noch weniger zu korrigieren ist. Das Blech dichtet über den Verbund mit dem umgebenden Beton ab. Dieser Verbund muss ober- und unterhalb der Arbeitsfuge zustande kommen. Ist das Blech beim Betonieren verschoben, verkippt oder aufgeschwommen, fehlt der Verbund an einer Stelle, die niemand mehr einsehen kann.

Das Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ sagt es knapp: Fugenbleche sind vor dem Betonieren einzubauen und gegen Umkippen zu sichern. Ein nachträgliches Eindrücken in den frischen Beton ist abzulehnen. Die Zulassung Z-74.101-217 sagt für ihren Anwendungsbereich dasselbe: Das Blech ist vor dem Betonieren zu positionieren und darf nicht nachträglich in den Beton gedrückt werden. Die drei Europäischen Technischen Bewertungen ergänzen aus Produktsicht, dass sich das Blech während der Betonage weder verschieben noch aufschwimmen darf.

Sie verlangen außerdem die Kontrolle selbst. In den Bewertungen für FraDiflex, PENTAFLEX und wolfseal steht wortgleich dieser Satz:

Die Lage und die Lagesicherung sind während der Verarbeitung und am fertig eingebauten bzw. einseitig einbetonierten Fugenblech zu überprüfen. Die Prüfergebnisse sind zu dokumentieren.

Der Abschnitt mit diesem Satz beginnt mit einer Bedingung: Von den Leistungen des Fugenblechs kann nur ausgegangen werden, wenn die Verarbeitung nach der Verarbeitungsanleitung des Herstellers erfolgt. Die Prüfung gehört damit zur bestimmungsgemäßen Verwendung des Produkts.

Was ist vor der Betonage zu prüfen?

Zwei Vorbemerkungen. Erstens stammen die genannten Werte aus Bewertungen und Zulassungen beschichteter Systeme. Für unbeschichtete Fugenbleche gelten andere Regeln, dazu unten mehr. Zweitens unterscheiden sich die Werte von System zu System. Maßgeblich ist immer das Dokument des tatsächlich eingebauten Systems.

Vorbedingung: Angaben zur Ausführung liegen vor. Ohne die Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers und den Verwendbarkeitsnachweis des Systems kannst du keinen der folgenden Werte prüfen. Für beschichtete Fugenbleche ist dieser Nachweis in Deutschland ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis. Geprüfte Systeme sind im öffentlichen Register für Fugenabdichtungen einsehbar. Die hier zitierten Werte stammen überwiegend aus Europäischen Technischen Bewertungen. Im Einzelfall maßgeblich ist das Prüfzeugnis des eingebauten Systems, und es kann weitere Dokumente in Bezug nehmen. Das Prüfzeugnis für PENTAFLEX von 2024 erklärt für Ausführung und Einbauarbeiten ausdrücklich auch das DBV-Merkblatt „Beschichtete Fugenbleche“ und die Ausführungsanweisung des Herstellers für maßgeblich.

  1. Richtiges System: Stimmt das eingebaute Blech mit dem Fugenplan überein, sind Zubehör und Formteile vollständig?

  2. Durchgehende Führung: Folgt das Blech ohne Unterbrechung der geplanten Fuge, sind Anfänge, Enden und Richtungswechsel planmäßig ausgebildet? Eine Unterbrechung macht alle weiteren Prüfpunkte wertlos.

  3. Lage im Querschnitt: Die drei Bewertungen fordern gleichlautend, die Fugenbleche „möglichst mittig in den Arbeitsfugen bzw. Sollrissquerschnitten“ anzuordnen. Eine zulässige Abweichung in Millimetern nennen sie nicht. Die Zulassung Z-74.101-217 ist strenger und quantifiziert: Das Blech muss mittig eingebaut werden, in ihrem Prüfformular mit mindestens 90 Millimetern Abstand zum Bauteilrand der beaufschlagten Seite. Messen lässt sich am Ende der Abstand zu beiden Seiten nach Punkt 5, die Mitte selbst nicht.

  4. Einbindetiefe: Die Bewertungen für FraDiflex, PENTAFLEX und wolfseal nennen übereinstimmend eine Mindesteinbindetiefe von 30 Millimetern. Das Prüfzeugnis für PENTAFLEX formuliert es als mindestens 3 Zentimeter auf jeder Seite, die genannte Zulassung für Biogasanlagen verlangt 35 Millimeter. Bei PENTAFLEX KB dient nach der Bewertung ein Normstrich zur Kontrolle der Mindesteinbautiefe während des Einbaus und der Betonage.

    Dieser Wert ist eine Untergrenze und kein Planungsziel. Ein Prüfzeugnis von 2025 macht daraus einen Korridor: Die Funktion sei für eine Mindesteinbindetiefe von 30 Millimetern nachgewiesen, die Einbindetiefe dürfe diesen Wert „an keiner Stelle“ unterschreiten, und nach oben dürfe sie die halbe Blechhöhe nicht überschreiten. Legst du das Planmaß genau auf die Untergrenze, planst du ohne Reserve. Jede Abweichung nach unten, die auf der Baustelle entsteht, ist dann bereits eine Abweichung vom Nachweis. Der Betonbau kennt für dieses Problem eine eingeführte Systematik. Bei der Betondeckung steht das Nennmaß im Plan, also das Mindestmaß zuzüglich eines Vorhaltemaßes für unplanmäßige Abweichungen. Das FDB-Merkblatt Nr. 6 bezieht diese Logik ausdrücklich auf die Lage von Einbauteilen im Bauwerk. Dass die Frage auch für Fugenbleche gestellt wird, zeigt das DBV-Merkblatt „Beschichtete Fugenblechsysteme“: Es führt im Planungskapitel einen eigenen Abschnitt „Mindestmaß und Nennmaß der Einbindetiefe“. Das Merkblatt ist kostenpflichtig. Was dort inhaltlich steht, ist hier nicht wiedergegeben.

  5. Abstand zum Bauteilrand: Die Bewertungen und das Prüfzeugnis für PENTAFLEX verlangen wörtlich „mindestens 50 mm bzw. mindestens die dreifache Größe des Größtkorns“. Das deutsche „bzw.“ ist mehrdeutig, die englische Fassung derselben Bewertung ist es nicht. Dort hieß es 2016 noch „respectively“, in der Fassung von 2025 dagegen „as well as“, also sowohl als auch. Der Hersteller selbst formuliert in seiner FAQ „mindestens 3-facher Größtkorndurchmesser dg und ≥ 50 mm“. Beide Bedingungen sind demnach einzuhalten, der größere Wert ist maßgeblich. Pauschal übertragen lässt sich das nicht. Die englische Spalte einer anderen Einbauanleitung übersetzt dasselbe „bzw.“ mit „or“, und nicht jedes System kennt die 50-Millimeter-Bedingung überhaupt: Die Bewertung ETA-17/0550 verlangt nur „mindestens die zwei- bis dreifache Größe des Größtkorns“ zu angrenzenden Bauteilen, ohne absoluten Wert. Maßgeblich bleibt das Dokument des eingebauten Systems.

  6. Abstand zur Bewehrung: Das Fugenblech darf an keinem Bewehrungsstab anliegen. Wo es anliegt, kann der Beton es nicht umschließen, und genau dort entsteht der Weg für das Wasser. Die Zulassung Z-74.101-217 fordert in dieselbe Richtung, die Lage des Blechs so vorzusehen, dass der Beton in der Fugenumgebung denselben Verdichtungsgrad erreicht wie in der übrigen Fläche. Zahlenwerte nennen nur einzelne Hersteller, und sie unterscheiden sich. Die FAQ zu FraDiflex empfiehlt planerisch mindestens den dreifachen Größtkorndurchmesser, die Verlegeanleitung zu Sika Fugenblech-FBV mindestens 3 Zentimeter, auch zu Anschlussbewehrungen.

  7. Befestigung: Die Bewertungen beschreiben die Befestigung mit Befestigungswinkeln oder Haltebügeln auf oder an der Bewehrung, ohne Abstände zu nennen. Die Zulassung Z-74.101-217 nennt für Montagebügel mit Bindedraht 70 bis 80 Zentimeter. Die Technische Information zu PENTAFLEX verlangt mindestens einen Haltebügel je Meter, die Montageanleitung zu wolfseal empfiehlt bei Elementwänden mindestens zwei Haltebügel je Meter. Prüf, ob die Befestigung durchgehend ausgeführt ist und das Blech nicht nachgibt.

  8. Stöße: Hier taugen Zahlen aus dem Gedächtnis nicht. Die Mindestüberlappung beträgt nach den Bewertungen 50 Millimeter bei PENTAFLEX und 80 Millimeter bei wolfseal. Bei FraDiflex waren es in der Fassung von 2016 noch 100 Millimeter, in der aktuellen Fassung von 2025 sind es 50. Der Wert unterscheidet sich also zwischen Systemen und ändert sich auch zwischen den Fassungen desselben Dokuments. Gemeinsam ist allen drei Systemen die Sicherung der Überlappung mit Stoß- oder Kreuzklammern. Zu prüfen sind außerdem saubere Überlappungsflächen und die Behandlung des Stoßes nach den Angaben des Herstellers.

  9. Ecken, T-Stöße und Übergänge: Hier unterscheiden sich die Systeme grundlegend. Die Technische Information zu PENTAFLEX schreibt bei Ausführung mit Elementwänden das zugehörige Eckformteil zwingend vor. Die Einbauanleitung zu CEMflex lässt das Biegen auf der Baustelle zu und nennt dafür einen Mindestbiegeradius von 7 Millimetern. Prüf, ob Ecken und T-Stöße so ausgebildet sind, wie das System es vorgibt. Übergänge zu anderen Abdichtungssystemen folgen eigenen Regeln.

  10. Zustand und Beschichtung: Beschädigungen an Blech und Beschichtung klärst du vor dem Einbau. Ob eine Beschädigung auf der Baustelle instandgesetzt werden darf, regeln die Angaben zur Ausführung. Ohne eine solche Regelung ist das Blech auszutauschen. Nach den Bewertungen ist das Blech bei Lagerung und Einbau vor starker Erwärmung zu schützen. Bei folierten Systemen sollte die Schutzfolie nach ETA-15/0914 und ETA-15/0003 erst kurz vor der Betonage entfernt werden. Der zweite Teil darf nach allen drei Bewertungen erst nach der Betonage des ersten Abschnitts abgezogen werden. Die Beschichtung lässt sich also erst beim Folienabzug beurteilen. Deshalb gehört dieser Blick auch in die Betonieranweisung und nicht allein in die Freigabe.

  11. Sauberkeit und Vorbereitung: Die Bewertungen verlangen die Überprüfung des Einbauortes und der Fugenflanken auf Sauberkeit sowie richtige Vorbereitung. Gemeint ist die Arbeitsfuge selbst: keine Zementschlämme, keine losen Teile, kein stehendes Wasser.

  12. Lagesicherung: Sie ist kein eigener Handgriff. Sie ergibt sich aus Befestigung und Betoniervorgehen. Prüfbar ist sie am eingebauten Blech, bevor der erste Kübel Beton kommt. Gib sie der Betonierkolonne auch als Anweisung mit: Schütthöhe begrenzen, beidseitig gleichmäßig einbringen, den Rüttler nicht gegen das Blech führen.

  13. Dokumentation: Die Bewertungen verlangen die Dokumentation der Prüfergebnisse. Üblich sind datierte Fotos der geprüften Abschnitte mit Zuordnung zum Bauabschnitt und eine kurze Notiz. Welcher Umfang geschuldet ist, ergibt sich aus Vertrag und Angaben zur Ausführung.

Die Fuge zwischen Bodenplatte und Wand wird in zwei Abschnitten betoniert. Die Punkte 1 bis 13 gehören vor die erste Betonage. Vor der zweiten Betonage prüfst du Befestigung, Stöße, Zustand und Sauberkeit erneut, dazu die Einbaulage des bereits einbetonierten Blechs.

Was lässt sich nach der Betonage noch prüfen?

Deutlich weniger. Die Bewertungen verlangen die Kontrolle trotzdem ausdrücklich auch am „fertig eingebauten bzw. einseitig einbetonierten Fugenblech“. Sichtbar bleiben die Lage des herausstehenden Blechteils, Aufschwimmen oder Verkippen, der Zustand von Stößen und Beschichtung sowie Beschädigungen aus Betonage und Ausschalen. Die Montageanleitung zu wolfseal hält fest, dass der einwandfreie Zustand der Beschichtung bis zur Wandmontage sicherzustellen ist. Zementschlämme und Betonspritzer auf dem herausstehenden Blechteil verhindern später den Verbund mit dem zweiten Abschnitt.

Wie eine ausdrücklich geregelte Kontrolle aussieht, zeigt die Zulassung Z-74.101-217 für JGS- und Biogasanlagen. Sie verlangt, das eingebaute Blech vor dem Betonieren in voller Länge visuell auf Beschädigungen zu untersuchen und die Einbaulage vor und nach dem Betonieren mit dem Fugenplan zu vergleichen. Für die gewöhnliche Weiße Wanne gilt diese Zulassung nicht. Sie zeigt aber, was sich projektspezifisch vereinbaren lässt.

Bei Elementwänden ist die Kontrolle besonders eingeschränkt. Das Zement-Merkblatt H10 hält fest, dass sich Kiesnester in der Fläche nicht kontrollieren lassen, weil nicht ausgeschalt wird. Kontrollierbar bleibt vor allem der Aufständerungsspalt am Fuß der Wand.

Weicht etwas ab, dokumentierst du das und klärst es mit Planer und Systemhersteller, bevor weiterbetoniert wird. Das Blech nachträglich einzudrücken ist genau der Fehler, den das Zement-Merkblatt B22 ausdrücklich ablehnt. Woran sich eine festgestellte Abweichung messen lässt, steht im Beitrag Fugenblech verrutscht oder aufgeschwommen.

Was ändert eine Zentrierung an dieser Liste?

Zwei Dinge hängen bei der klassischen Ausführung an Augenmaß und Sorgfalt: die Lage des Blechs im Querschnitt und ihr Erhalt während der Betonage der Bodenplatte. Eine Fugenblechzentrierung gibt beides über die Geometrie des Formteils vor.

Die FBZ Fugenblechzentrierung ist ein Formteil aus PE-Schaum, das von oben auf den herausragenden Teil des Fugenblechs gesteckt wird und das Blech in einem mittigen Schlitz führt. Es sitzt dabei auf dem oberen, frei stehenden Teil des Fugenblechs und wird nicht einbetoniert. Nach der Betonage der Bodenplatte wird es abgenommen und wiederverwendet. Im Fugenquerschnitt bleibt nichts zurück. Das Patent ist angemeldet (DE 10 2025 121 129.9).

Die übrigen Punkte prüfst du mit Zentrierung genauso wie ohne: Einbindetiefe, Befestigung, Stöße, Zustand und Sauberkeit. Das Fugenblech wird zuerst wie gewohnt über seine vorhandenen Befestigungspunkte an der Bewehrung befestigt; die FBZ ersetzt diese Befestigung nicht. Auch die Lage im fertigen Wandquerschnitt hängt weiterhin davon ab, dass die Wandschalung zur Zentrierung passt. Die Zentrierung macht zwei Punkte der Liste vorhersehbar und streicht keinen.

Häufige Fragen

Muss die Prüfung dokumentiert werden?

Ja. Die Europäischen Technischen Bewertungen für gängige Fugenbleche verlangen, die Prüfergebnisse zu dokumentieren. Eine schriftliche Betonierfreigabe zu den Bauakten verlangen darüber hinaus Zulassungen für Sonderbereiche, etwa für JGS- und Biogasanlagen. Vertraglich lässt sie sich unabhängig davon vereinbaren.

Reicht eine Sichtkontrolle?

Für Beschädigungen, Stöße und Folien ja. Einbindetiefe und Randabstand sind Maße, die misst du. Die Zulassung Z-74.101-217 verlangt zusätzlich, das eingebaute Blech vor dem Betonieren in voller Länge visuell zu untersuchen.

Wer prüft auf der Baustelle?

Das ergibt sich aus Bauvertrag und WU-Konzept. Hohmann schreibt in seiner Darstellung der überarbeiteten WU-Richtlinie, es habe sich bewährt, wenn der Planer die für die Wasserundurchlässigkeit wesentlichen Arbeiten in Leistungsphase 8 der HOAI überwacht. Dazu zählt ausdrücklich der Einbau von Fugenabdichtungssystemen. Unabhängig davon besteht die Eigenüberwachung des ausführenden Unternehmens. Wer die Kontrolle der Fugenabdichtung übernimmt und dokumentiert, legst du zu Projektbeginn fest.

Gilt dieselbe Checkliste für alle Fugenbleche?

Die Prüfpunkte ja, die Werte nicht. Die Mindestüberlappung liegt bei den zitierten Systemen zwischen 50 und 80 Millimetern, die Mindesteinbindetiefe je nach Dokument bei 30 oder 35 Millimetern. Außerdem können sich Werte mit einer neuen Fassung ändern: Bei FraDiflex sank die geforderte Überlappung zwischen 2016 und 2025 von 100 auf 50 Millimeter. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung des Dokuments zum eingebauten System.

Was gilt für unbeschichtete Fugenbleche?

Das Zement-Merkblatt H11 hält fest, dass ihre Verwendbarkeit über die Regelungen der WU-Richtlinie geregelt ist. Zur Eignung äußert es sich uneinheitlich. An einer Stelle heißt es, unbeschichtete Fugenbleche dürften bei Beanspruchungsklasse 1 und Nutzungsklasse A nur in Arbeitsfugen mit geringen Verformungen eingesetzt werden, an anderer Stelle seien sie für diese Kombination nicht geeignet. In der Übersichtstabelle stehen sie für Arbeitsfugen als bedingt geeignet. Für die Einbindung gilt eine andere Regel als bei beschichteten Blechen: Nach dem Leitfaden von Holcim zur WU-Richtlinie müssen unbeschichtete Fugenbleche planmäßig beiderseits der Fuge jeweils mit der halben Blechbreite in den Beton eingebunden werden. Die Prüfpunkte zu Lage, Befestigung und Umschließung mit Beton gelten sinngemäß auch hier. Nicht übertragbar sind die Werte zu Überlappung und Stoßklammern: Stöße unbeschichteter Bleche werden nach Zement-Merkblatt B22 in der Regel geschweißt.

Quellen
  1. ETA-15/0914 FraDiflex-Fugenblech (Europäische Technische Bewertung, DIBt, Fassung 28.10.2025)
  2. ETA-15/0914 FraDiflex-Fugenblech, englische Fassung 28.10.2025 (DIBt)
  3. ETA-15/0003 PENTAFLEX KB und weitere (Europäische Technische Bewertung, DIBt)
  4. ETA-15/0348 wolfseal KB 16 und weitere (Europäische Technische Bewertung, DIBt)
  5. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-74.101-217, FraDiflex INOX für JGS- und Biogasanlagen (DIBt, gültig bis 15.05.2028)
  6. Zement-Merkblatt H11 „Fugen und ihre Abdichtung in WU-Bauwerken aus Beton“ (InformationsZentrum Beton, Ausgabe 5.2016)
  7. Zement-Merkblatt H10 „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ (InformationsZentrum Beton, Ausgabe 5.2019)
  8. Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ (Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, Ausgabe 1.2002)
  9. Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis P-SAC 02/5.1/25-017 für wolfseal (MFPA Leipzig, 13.05.2025)
  10. ETA-17/0550 Dichtblech VB (Europäische Technische Bewertung, DIBt, 19.12.2019)
  11. FDB-Merkblatt Nr. 6 „Toleranzen und Passungsberechnungen für Betonfertigteile“ (Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau, 09/2023)
  12. Holcim: Leitfaden für WU-Beton zur Richtlinie 12/2017
  13. DBV-Merkblatt „Beschichtete Fugenblechsysteme“, Fassung März 2023, frei abrufbares Datenblatt mit Inhaltsverzeichnis (Merkblatt selbst kostenpflichtig)
  14. Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis P-5120/231/09 für PENTAFLEX (MPA Braunschweig, 27.09.2024)
  15. FAQ Fradiflex Fugenblech (MAX FRANK)
  16. Verlegeanleitung Sika Fugenblech-FBV (Sika Deutschland)
  17. PENTAFLEX Technische Information (PohlCon)
  18. Montageanleitung wolfseal KB 16 (Roland Wolf)
  19. Einbauanleitung CEMflex VB (BPA)
  20. Hohmann, R.: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton, Neuerungen in der überarbeiteten WU-Richtlinie (2019)
  21. Register der allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse für Fugenabdichtungen

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