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FBZ

Was ist eine Fugenblechzentrierung?

Definition, Funktion und Abgrenzung: Wie eine Fugenblechzentrierung das Fugenblech in der Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand mittig hält.

Dr.-Ing. Jörn Budde Zuletzt aktualisiert:

Eine Fugenblechzentrierung ist ein Formteil, das ein Fugenblech in der Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Wand mittig hält, auch während des Betonierens. Sie gibt die Geometrie vor, also die Mittellage und den Abstand zur Bewehrung, und hält das Blech gegen Verschieben und Kippen in Position. Die Befestigung mit Bindedraht am Fußpunkt des Fugenblechs ersetzt sie nicht. Die bleibt Teil des Einbaus.

An der Arbeitsfuge entscheidet die Lage des Fugenblechs mit über die Dichtheit. Deshalb sollte diese Lage konstruktiv vorgegeben sein und nicht vom Augenmaß abhängen. Dieser Beitrag beruht auf einem Interview mit Dr.-Ing. Jörn Budde. Er ist Sachverständiger für Bauwerksabdichtung, hat die FBZ aus seiner Gutachtenpraxis heraus entwickelt und stellt sich auf der Seite Über uns vor.

Rendering einer Fugenblechzentrierung: Schaumstoffformteil, von oben auf das Fugenblech gesteckt, das Blech sitzt mittig im Aufnahmeschlitz

Wozu dient eine Fugenblechzentrierung?

Sie bringt das Fugenblech dorthin, wo es hingehört: mittig in die spätere Wand, mit ausreichend Abstand zur aufgehenden Bewehrung auf beiden Seiten. Und sie hält es während der Betonage in dieser Lage.

Bei Weißen Wannen fällt die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand immer wieder als Schwachstelle auf. Hier trifft anstehendes Wasser auf die Konstruktion. Fugenbleche dichten nach dem Einbettungsprinzip: Blech oder Beschichtung gehen einen Verbund mit dem umgebenden Beton ein. Das funktioniert nur, wenn der Beton das Blech auf beiden Seiten vollständig und satt umschließt. Sitzt das Blech mittig und ist die Betondeckung beidseitig ausreichend, sind wichtige Voraussetzungen für die Abdichtung erfüllt. Sitzt es außermittig oder liegt es an der Bewehrung an, fehlt auf einer Seite genau dieser Verbund.

Auf der Baustelle entsteht die Lage häufig von Hand. Das Blech wird nach Augenmaß ausgerichtet, mit Bindedraht oder anderen Hilfsmitteln irgendwie fixiert, und dann bleibt die Hoffnung, dass der Rüttler es weder verschiebt noch beschädigt. Genau diesen Schritt gibt eine Zentrierung konstruktiv vor.

Was passiert ohne Zentrierung?

Ohne geometrische Vorgabe hängt die Lage des Fugenblechs von Sorgfalt, Zeitdruck und Bewehrungslage ab. Oft sitzt das Blech dann verschoben, schief oder nur teilweise eingebettet. Nach dem Betonieren lässt sich davon nichts mehr korrigieren.

Aus der Begutachtungspraxis lassen sich fünf typische Fehlerquellen benennen:

  1. Verschiebung beim Betonieren: Die Fixierung hält Betondruck oder Rüttler nicht stand.
  2. Abstandsfehler zur Bewehrung: Das Blech liegt an einem Bewehrungsstab an, der Beton kann es nicht vollständig umfließen.
  3. Mangelhafte Zentrierung: Das Blech sitzt nicht mittig, die geforderten Mindestabstände werden nicht auf beiden Seiten eingehalten.
  4. Falsche Einbindetiefe: Das Blech steckt zu flach oder zu tief in der Bodenplatte.
  5. Beschädigte Beschichtung: Beim Handling oder Rütteln wird die Beschichtung verletzt.

Alle fünf tauchen in Gutachten häufig auf, selten aus Unwissenheit, meist aus Improvisation. Das Blech steht frei zwischen den aufgehenden Bewehrungseisen, ist nur punktuell angebunden oder wird nachträglich in den frischen Beton gedrückt. Das Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ des Bundesverbands der Deutschen Zementindustrie ist da eindeutig: Fugenbleche sind vor dem Betonieren einzubauen und gegen Umkippen zu sichern. Ein nachträgliches Eindrücken in den frischen Beton ist abzulehnen.

Woran du ein korrekt eingebautes Fugenblech vor der Betonage erkennst, zeigt die Checkliste vor dem Betonieren. Woran du eine festgestellte Abweichung misst, steht im Beitrag Fugenblech verrutscht oder aufgeschwommen.

Wie unterscheidet sich eine Zentrierung von Haltebügel und Bindedraht?

Haltebügel, Befestigungswinkel und Bindedraht befestigen das Fugenblech an der Bewehrung. Eine Zentrierung gibt zusätzlich die Lage vor: die Mitte der Wand und den Abstand zu beiden Bewehrungslagen.

Der Unterschied liegt im Bezugspunkt. Bügel und Draht fixieren das Blech relativ zur Bewehrung. Sitzt die Bewehrung nicht dort, wo sie soll, wandert das Blech während der Betonage mit. Werkseitig angebrachte Montagefüße erleichtern die Befestigung. Entscheidend ist, dass sie vollständig und korrekt verdrahtet werden. Ein Zentrierformteil wird dagegen von oben auf das Fugenblech gesteckt und führt es in einem Schlitz. Die Mittellage ergibt sich aus der Geometrie des Formteils.

Die Kontrolle vor dem Betonieren bleibt trotzdem Pflicht: Lage, Stöße und Beschichtung prüft weiterhin die Bauleitung oder eine andere Überwachungsstelle.

Wie funktioniert eine Fugenblechzentrierung?

Das Formteil wird von oben auf den herausragenden Teil des Fugenblechs gesteckt. Sein mittiger Aufnahmeschlitz nimmt das Blech auf und führt es in die Wandmitte. Anschläge halten den Abstand zur Bewehrung auf beiden Seiten. Beim Betonieren hält der Formschluss das Blech gegen Betondruck und Rüttler in Position.

Das Formteil hat keine beweglichen Teile und braucht kein Spezialwerkzeug. Es sitzt auf dem oberen, frei stehenden Teil des Fugenblechs, wird nicht einbetoniert und geht keinen Verbund mit dem Beton ein. Nach dem Erhärten wird es ausgebaut. Weil das Blech im Schlitz geführt wird, ist seine Beschichtung beim Handling zusätzlich vor Beschädigungen geschützt.

Für welche Bauwerke ist sie relevant?

Überall dort, wo ein Fugenblech in einer Arbeitsfuge einbetoniert wird. Typisch ist die Weiße Wanne, die über die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand abgedichtet wird: Keller, Tiefgaragen, Unterführungen, Industriebauten mit Grundwasserbeanspruchung.

Das Haupteinsatzgebiet ist die waagerechte Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Wand. Eine Zentrierung passt zu gängigen beschichteten und unbeschichteten Fugenblechen, wie sie in WU-Konstruktionen üblich sind. Für Ecken, T-Stöße und Übergänge gelten weiterhin die Vorgaben des jeweiligen Fugenblechherstellers.

Die FBZ Fugenblechzentrierung

Die FBZ Fugenblechzentrierung, kurz FBZ, setzt dieses Prinzip als Produkt um: ein Formteil aus PE-Schaum in mehreren Größenvarianten für unterschiedliche Wandquerschnitte. Es wird von oben auf das Fugenblech gesteckt und nach dem Erhärten des Betons wieder abgezogen. Das Patent ist angemeldet (DE 10 2025 121 129.9).

Entwickelt hat die FBZ Dr.-Ing. Jörn Budde, Sachverständiger für Bauwerksabdichtung. Der Anstoß kam aus der Gutachtenpraxis: immer wieder dieselbe Stelle, immer wieder dieselben Fehler. Die FBZ setzt deshalb an der Lage des Blechs an und reduziert diese Fehlerquelle konstruktiv. Befestigung und Kontrolle vor dem Betonieren bleiben Teil des Einbaus.

Der Einbau folgt drei Schritten:

  1. Positionieren: Fugenblech positionieren und wie gewohnt an der Bewehrung befestigen
  2. Einstecken: FBZ von oben auf den herausragenden Teil des Fugenblechs stecken, der Schlitz führt das Blech mittig
  3. Betonieren: Beton einbringen; die FBZ hält das Blech in Lage

Die FBZ passt auf gängige beschichtete und unbeschichtete Fugenbleche für die Fuge zwischen Bodenplatte und Wand. Anbieter ist die BBA GmbH in Bad Saarow. Mehr zum Produkt findest du auf der Startseite.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Fugenblechzentrierung den Bindedraht?

Nein. Das Fugenblech wird zuerst wie gewohnt über seine vorhandenen Befestigungspunkte an der Bewehrung befestigt; die Zentrierung ersetzt diese Befestigung nicht. Sie zentriert das Blech und hält es in Lage.

Bleibt das Formteil im Bauteil?

Nein. Es sitzt auf dem oberen, frei stehenden Teil des Fugenblechs, wird nicht einbetoniert und hat keinen Verbund zum Beton. Nach dem Erhärten wird es ausgebaut.

Macht eine Zentrierung die Fuge dicht?

Nein. Dicht wird die Arbeitsfuge durch das Fugenblech, den Beton und eine sorgfältige Ausführung. Die Zentrierung reduziert eine häufige Fehlerquelle konstruktiv: die falsche Lage des Blechs.

Braucht man Spezialwerkzeug?

Nein. Du befestigst das Fugenblech wie gewohnt und steckst das Formteil danach von Hand Stück für Stück auf das Blech.

Ist „Fugenblechzentrierung“ ein genormter Begriff?

Nein. Der Begriff bezeichnet Formteile, die die Lage des Fugenblechs in der Arbeitsfuge geometrisch vorgeben. Die fachlichen Anforderungen dahinter stehen in den Merkblättern zu Arbeitsfugen und beschichteten Fugenblechsystemen: Einbau vor dem Betonieren, Sicherung gegen Verschieben und Umkippen, vollständige Einbettung im Beton.

Quellen
  1. Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ (Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, Ausgabe 1.2002)
  2. Zement-Merkblatt H11 „Fugen und ihre Abdichtung in WU-Bauwerken aus Beton“ (InformationsZentrum Beton, Ausgabe 5.2016; heute VDZ)
  3. DBV-Merkblatt „Beschichtete Fugenblechsysteme“ (Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein, Fassung März 2023, kostenpflichtig)
  4. BauNetz Wissen: Fugenbleche

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