Was ist eine Fugenblechzentrierung?
Definition, Funktion und Abgrenzung: Wie eine Fugenblechzentrierung das Fugenblech in der Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand mittig hält.
Eine Fugenblechzentrierung ist ein Formteil, das ein Fugenblech in der Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Wand mittig hält, auch während des Betonierens. Sie gibt die Geometrie vor: die Mittellage und den Abstand zur Bewehrung. Und sie hält das Blech gegen Verschieben und Kippen in Position. Sie ersetzt die Befestigung mit Bindedraht am Fußpunkt des Fugenblechs nicht; die bleibt Teil des Einbaus.

Wozu dient eine Fugenblechzentrierung?
Sie sorgt dafür, dass das Fugenblech dort sitzt, wo es hingehört: mittig in der späteren Wand, mit ausreichend Abstand zur aufgehenden Bewehrung auf beiden Seiten. Und sie hält es während der Betonage in dieser Lage.
Bei Weißen Wannen ist die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand die Schwachstelle, die immer wieder auffällt. Hier trifft anstehendes Wasser auf die Konstruktion, und hier entscheidet die Lage des Fugenblechs mit über die Dichtheit. Denn Fugenbleche dichten nach dem Einbettungsprinzip: Blech oder Beschichtung gehen einen Verbund mit dem umgebenden Beton ein. Das funktioniert nur, wenn der Beton das Blech auf beiden Seiten vollständig und satt umschließt. Sitzt das Blech mittig und ist die Betondeckung beidseitig ausreichend, sind wichtige Voraussetzungen für die Abdichtung erfüllt. Sitzt es außermittig oder liegt es an der Bewehrung an, fehlt auf einer Seite genau dieser Verbund.
Auf der Baustelle entsteht diese Lage häufig von Hand: ausrichten nach Augenmaß, mit Bindedraht oder anderen Hilfsmitteln irgendwie fixieren und hoffen, dass der Rüttler nichts verschiebt. Oder beschädigt. Eine Zentrierung gibt diesen Schritt konstruktiv vor, statt ihn dem Augenmaß zu überlassen.
Was passiert ohne Zentrierung?
Ohne geometrische Vorgabe hängt die Lage des Fugenblechs von Sorgfalt, Zeitdruck und Bewehrungslage ab. Das Ergebnis ist oft ein verschobenes, schief sitzendes oder nur teilweise eingebettetes Blech. Und nach dem Betonieren lässt sich davon nichts mehr korrigieren.
Aus der Begutachtungspraxis lassen sich fünf typische Fehlerquellen benennen:
- Verschiebung beim Betonieren: Die Fixierung hält Betondruck oder Rüttler nicht stand.
- Abstandsfehler zur Bewehrung: Das Blech liegt an einem Bewehrungsstab an, der Beton kann es nicht vollständig umfließen.
- Mangelhafte Zentrierung: Das Blech sitzt nicht mittig, die geforderten Mindestabstände werden nicht auf beiden Seiten eingehalten.
- Falsche Einbindetiefe: Das Blech steckt zu flach oder zu tief in der Bodenplatte.
- Beschädigte Beschichtung: Beim Handling oder Rütteln wird die Beschichtung verletzt.
Alle fünf tauchen in Gutachten häufig auf. Selten aus Unwissenheit, meist aus Improvisation: Das Blech steht frei zwischen den aufgehenden Bewehrungseisen, ist nur punktuell angebunden oder wird nachträglich in den frischen Beton gedrückt. Das Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ des Bundesverbands der Deutschen Zementindustrie ist da eindeutig: Fugenbleche sind vor dem Betonieren einzubauen und gegen Umkippen zu sichern. Ein nachträgliches Eindrücken in den frischen Beton ist abzulehnen.
Woran sich ein korrekt eingebautes Fugenblech vor der Betonage erkennen lässt, zeigt die Checkliste vor dem Betonieren. Woran sich eine festgestellte Abweichung messen lässt, steht im Beitrag Fugenblech verrutscht oder aufgeschwommen.
Wie unterscheidet sich eine Zentrierung von Haltebügel und Bindedraht?
Haltebügel, Befestigungswinkel und Bindedraht befestigen das Fugenblech an der Bewehrung. Eine Zentrierung gibt zusätzlich die Lage vor: die Mitte der Wand und den Abstand zu beiden Bewehrungslagen.
Der Unterschied liegt im Bezugspunkt. Bügel und Draht fixieren das Blech relativ zur Bewehrung. Sitzt die nicht exakt, wandert das Blech während der Betonage mit. Werkseitig angebrachte Montagefüße erleichtern die Befestigung; entscheidend ist, dass sie vollständig und korrekt verdrahtet werden. Ein Zentrierformteil setzt dagegen direkt auf der Arbeitsfuge auf und führt das Blech in einem Schlitz. Die Mittellage ergibt sich aus der Geometrie des Formteils.
Die Kontrolle vor dem Betonieren bleibt trotzdem Pflicht: Lage, Stöße und Beschichtung prüft weiterhin die Bauleitung oder eine andere Überwachungsstelle.
Wie funktioniert eine Fugenblechzentrierung?
Das Formteil wird auf die Arbeitsfuge gesetzt. Das Fugenblech gleitet in einen mittigen Aufnahmeschlitz und wird so in die Wandmitte geführt. Anschläge halten den Abstand zur Bewehrung auf beiden Seiten. Beim Betonieren hält der Formschluss das Blech gegen Betondruck und Rüttler in Position.
Es gibt keine beweglichen Teile und kein Spezialwerkzeug. Das Formteil sitzt auf dem oberen, frei stehenden Teil des Fugenblechs. Es wird nicht einbetoniert und geht keinen Verbund mit dem Beton ein. Nach dem Erhärten wird es ausgebaut. Und weil das Blech im Schlitz geführt wird, ist seine Beschichtung beim Handling zusätzlich vor Beschädigungen geschützt.
Für welche Bauwerke ist sie relevant?
Überall dort, wo ein Fugenblech in einer Arbeitsfuge einbetoniert wird. Typisch ist die Weiße Wanne, die über die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Wand abgedichtet wird: Keller, Tiefgaragen, Unterführungen, Industriebauten mit Grundwasserbeanspruchung.
Das Haupteinsatzgebiet ist die waagerechte Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Wand. Eine Zentrierung passt zu gängigen beschichteten und unbeschichteten Fugenblechen, wie sie in WU-Konstruktionen üblich sind. Für Ecken, T-Stöße und Übergänge gelten weiterhin die Vorgaben des jeweiligen Fugenblechherstellers.
Die FBZ Fugenblechzentrierung
Die FBZ Fugenblechzentrierung, kurz FBZ, setzt dieses Prinzip als Produkt um: ein Formteil aus PE-Schaum in mehreren Größenvarianten für unterschiedliche Wandquerschnitte. Es wird auf die Arbeitsfuge aufgesetzt, nach dem Erhärten des Betons ausgebaut. Das Patent ist angemeldet (DE 10 2025 121 129.9).
Entwickelt hat die FBZ Dr.-Ing. Jörn Budde, Sachverständiger für Bauwerksabdichtung. Der Anstoß kam aus der Gutachtenpraxis: immer wieder dieselbe Stelle, immer wieder dieselben Fehler.
Der Einbau folgt drei Schritten:
- Positionieren: FBZ auf der Arbeitsfuge aufsetzen
- Einstecken: Fugenblech in den Schlitz führen, es wird mittig geführt
- Betonieren: Beton einbringen; die FBZ hält das Blech in Lage
Die FBZ passt auf gängige beschichtete und unbeschichtete Fugenbleche für die Fuge zwischen Bodenplatte und Wand. Anbieter ist die BBA GmbH in Bad Saarow. Mehr zum Produkt auf der Startseite.
Häufige Fragen
Ersetzt eine Fugenblechzentrierung den Bindedraht?
Nein. Das Fugenblech wird zuerst wie gewohnt über seine vorhandenen Befestigungspunkte an der Bewehrung befestigt; die Zentrierung ersetzt diese Befestigung nicht. Sie zentriert das Blech und hält es in Lage.
Bleibt das Formteil im Bauteil?
Nein. Es sitzt auf dem oberen, frei stehenden Teil des Fugenblechs, wird nicht einbetoniert und hat keinen Verbund zum Beton. Nach dem Erhärten wird es ausgebaut.
Macht eine Zentrierung die Fuge dicht?
Nein. Dicht wird die Arbeitsfuge durch das Fugenblech, den Beton und eine sorgfältige Ausführung. Die Zentrierung reduziert eine häufige Fehlerquelle konstruktiv: die falsche Lage des Blechs.
Braucht man Spezialwerkzeug?
Nein. Das Fugenblech wird wie gewohnt befestigt, danach wird das Formteil von Hand Stück für Stück auf das Blech aufgesteckt.
Ist „Fugenblechzentrierung“ ein genormter Begriff?
Nein. Der Begriff bezeichnet Formteile, die die Lage des Fugenblechs in der Arbeitsfuge geometrisch vorgeben. Die fachlichen Anforderungen dahinter stehen in den Merkblättern zu Arbeitsfugen und beschichteten Fugenblechsystemen: Einbau vor dem Betonieren, Sicherung gegen Verschieben und Umkippen, vollständige Einbettung im Beton.
- Zement-Merkblatt B22 „Arbeitsfugen“ (Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, Ausgabe 1.2002)
- Zement-Merkblatt H11 „Fugen und ihre Abdichtung in WU-Bauwerken aus Beton“ (InformationsZentrum Beton, Ausgabe 5.2016; heute VDZ)
- DBV-Merkblatt „Beschichtete Fugenblechsysteme“ (Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein, Fassung März 2023, kostenpflichtig)
- BauNetz Wissen: Fugenbleche